Brisant wird die politische Lage durch das aktuelle Umfrageergebnis der AfD, die mit 22 % erneut stark abschneidet. Zusammen mit den 30 % der CDU/CSU würde dies für eine parlamentarische Mehrheit reichen. Während in Österreich die Verhandlungen zwischen der ÖVP und der AfD-nahen FPÖ bereits in der Endphase sind, gilt es als unwahrscheinlich, dass Merz eine ähnliche Koalition in Deutschland wagen würde – zumal anhaltende Massenproteste dies zusätzlich erschweren könnten.
Daher bleibt eine Dreier-Koalition aus CDU, SPD und Grünen die wahrscheinlichste Regierungsoption – trotz erheblicher inhaltlicher Differenzen, insbesondere bei Wirtschafts- und Asylpolitik. Für die CDU/CSU birgt dies jedoch Risiken: Sollten keine spürbaren Reformen bei Migration und Abschiebungen umgesetzt werden, könnte die AfD weiter an Zustimmung gewinnen – ein Muster, das sich auch in Österreich bei der FPÖ zeigt.