Ermittlungsfehler im Fall Rebecca Reusch - Brisante Mails decken Fehler der Ermittler auf

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Ermittlungsfehler im Fall Rebecca Reusch - Brisante Mails decken Fehler der Ermittler auf

Blaulicht (2 / 1) 17.02.2025 09:28 von Tim Symbolbild imago


Besonders auffällig: Eine interne E-Mail aus dem Jahr 2021 zeigt, dass B. seine Bedenken direkt an die Ermittler in Berlin richtete. Kurz darauf – nur einen Monat später – vermeldeten die Behörden, dass sie die Google-Daten erhalten hätten. Ein reiner Zufall? Oder kam die Anfrage erst durch seinen Hinweis zustande? Die Daten sorgten jedenfalls für neue Erkenntnisse: Sie brachten den Schwager des Mädchens erneut in den Fokus der Ermittler. Laut den Aufzeichnungen soll er am Tag von Rebeccas Verschwinden nach Praktiken zur Strangulation gegoogelt haben. Dies führte im April 2023 zu einer Hausdurchsuchung.

Kritik an Verzögerungen – Spuren möglicherweise verloren

Der ehemalige Mordermittler Axel Petermann zeigte sich über die jahrelange Verzögerung entsetzt: "Solche Informationen sind essenziell, besonders wenn es um die Analyse von Suchverläufen geht. Es ist fatal, dass die Ermittler erst vier Jahre später auf diese Erkenntnisse stießen.“ Besonders brisant: Die Suchverläufe könnten auf bestimmte sexuelle Vorlieben des Schwagers hindeuten – ein möglicher Hinweis auf ein Motiv. Doch nach so vielen Jahren könnten Beweise, die diesen Verdacht untermauern, unwiederbringlich verloren sein. Die Berliner Staatsanwaltschaft äußert sich zu den Vorwürfen nur zurückhaltend. "Zum Schutz der laufenden Ermittlungen werden dazu derzeit keine Informationen herausgegeben“, heißt es von offizieller Seite. Auch Google erklärte lediglich, dass sich die Bearbeitungszeiten von Anfragen je nach Priorität und Arbeitsaufwand unterscheiden.

Fakt ist: Trotz erneuter Hinweise im vergangenen Jahr hat sich an der Situation wenig geändert. Die Ermittler scheinen kaum noch darauf zu hoffen, Rebecca lebend zu finden – und der Fall droht endgültig in Vergessenheit zu geraten.

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